Schwimmen und Inline Skating
Michael Kaisser
Prof. Dr. med. Petra Platen
Dipl.. phil. Bettina Schaar
Schwimmen und Inline Skating für Teens mit chronischen Atemwegsbeschwerden
Informationen über Forschungen und Innovationen der Deutschen Sporthochschule Köln, Zusammenfassung der Ergebnisse
Nach Gortmaker et al. (1990) ist das Asthma bronchiale die häufigste chronische Erkrankung im Kindes- und Jugendalter. Insgesamt wird angenommen, daß in jeder Schulklasse ein Kind unter asthmatischen Symptomen leidet. Die Entwicklungen der medizinischen und medikamentösen Therapie sowie der diagnostischen Verfahren haben dazu beigetragen, daß ein stabiler Krankheitszustand erreicht werden kann. Auf dieser Grundlage können weitere therapeutische Maßnahmen im allgemeinen Rehabilitationsprozeß zur Linderung der Symrtomatiken führen.Die Idee des Projekts SITA beinhaltet die Evaluation ambulanter Sportangebote für Kinder und Jugendliche mit chronischen Atembeschwerden - insbesondere Formen des Asthma bronchiale. Konkret handelt es sich um die Untersuchung sporttherapeutischer Interventionen. Einerseits wird die Sportart »Schwimmen«, andererseits die Trendsportart »Inline Skating« in die ambulante Therapie integriert. Das Mehrgruppenexperiment besteht aus Kursangeboten und wird im Pre-/Postestdesign überprüft.
Diskussion
Gerade anstrengungsinduzierte bronchiale Reaktionen stellen bei den meisten Kindern und Jugendlichen mit Formen des Asthma bronchiale den Leistungslimitierenden Faktor im Sport dar. Untersuchungen haben gezeigt, daß die Sportart »Schwimmen« am besten toleriert wird. Die Ergebnisse der hier vorgestellten Untersuchung im Projekt »SITA« bestätigen die Annahme, daß das Inline Skating in der komplexen Therapie des Asthma bronchiale im Kindes- und Jugendalter eingesetzt werden kann. Während des Treatments »Inline Skating« war die Teilnahmehäufigkeit deutlich höher als während des Schwimmprogramms. Aufgrund der physiologischen Belastung sowie der Beanspruchung beim Inline Skating ist eine besondere methodische Vorgehensweise erforderlich. So können mögliche bronchiale provokative Wirkungen reduziert werden. Gerade eine lange Aufwärmphase und intervallartige Belastungen sind zentraler Bestandteil des Asthmasports. Auch die Integration atemtherapeutischer Elemente wirkt Bronchokonstriktionen entgegen. Diese Besonderheiten wurden in das Schwimmtrainingsprogramm und das Inline-Skating Trainingsprogramm integriert. Die Vermittlung eines optimalen Notfallmanagements kann die Angst vor anstrengungsinduzierten Reaktionen reduzieren.Weitere, hier nicht vorgestellte Ergebnisse zeigen, daß das Inline Skating unter Berücksichtigung spezieller Aspekte der sportmethodischen Vorgehensweise bei Formen des Asthma bronchiale Einfluß auf die Krankheitssymptomatik nehmen kann. Gerade aus gesundheitspsychologischer Sicht liegen beim Inline Skating geringe »Nutzerbarrieren« vor, aus bewegungswissenschaftlicher Sicht ist der Aufforderungscharakter und das Aufforderungsprofil fordernd. Für Kids ist das Inline Skating einfach nur »cool«.
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