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Per Marschbefehl zum Medaillengewinn

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Doppelweltmeister Thomas Lurz hat am Strand von Ostia den Blick auf ein Phänomen gelenkt,
das spätestens bei den nächsten Winterspielen wieder verstärkt zum Schlüssel für die Erfolge
der deutschen Wintersportler werden dürfte. An den beiden jüngsten Goldmedaillen des
Langstreckenschwimmers hat die Bundeswehr und speziell die Sportfördergruppe Warendorf
einen gehörigen Anteil. Was das Ziel der deutschen Olympiamannschaft in Vancouver angeht,
wie in Turin Platz 1 in der Nationenwertung zu belegen, so lässt sich mühelos konstatieren: Ohne
die tatkräftige Unterstützung der Bundeswehr wäre dieses Ziel eine glatte Hochstapelei.

Wie die internationalen Erfolge der US-Amerikaner traditionell auf dem Fundament des Collegeund
Universitätssports beruhen, die „Aussies“ ihre Staatsamateure vom zentralen „Australian
Institute of Sport“ bei den größten Wettkämpfen an den Start schicken und die Italiener ihre
Carabinieri, so hat auch die Bundesrepublik ein ganz individuelles Begleitsystem für den
Spitzensport entwickelt. Dank der „Sportler in Uniform“ bleibt der deutsche Spitzensport
international konkurrenzfähig. Schon mehr als 1.100 Athleten beschreiten in Deutschland den
Weg, in den Sportfördergruppen bei Bundeswehr, der Bundespolizei, des Zolls, zunehmend bei
der Polizei in den einzelnen Ländern und neuerdings sogar bei der Feuerwehr soziale
Absicherung, berufliche Fortbildung und den dringend nötigen Freiraum fürs tägliche Training
miteinander zu kombinieren. Wobei die Bundeswehr mit über 800 Stellen für Top-Athleten bei
weitem die wichtigste Säule darstellt.
Die betreffenden Athleten sollen auf dem Felde des Sports für die Heimat alle Ehre einlegen, so
heißt der Marschbefehl für diese spezielle Truppe. Unabdingbare Voraussetzung für jene, die für
die Zeit des Grundwehrdienstes oder als Zeitsoldaten vom Zivilisten zum Uniformsportler
mutieren, ist das Bekenntnis zum sauberen Sport.
Insofern ist der spezielle Weg „made in Germany“ mit einer schönen Nebenwirkung verwoben:
Jeder, der in den Genuss dieser Art der Förderung kommt, muss bei Manipulationen damit
rechnen, mit dem Platz bei der Bundeswehr seine soziale Sicherheit aufzugeben und notfalls
sogar seine Existenzgrundlage zu riskieren. Wie sagte doch Claudia Pechstein jüngst. Sie
müsste doch dämlich sein, zu verbotenen Mitteln zu greifen. Damit würde sie ihre gesamte
Lebensstellung bei der Bundespolizei aufs Spiel setzen. Ein Argument, das nicht einer gewissen
Logik entbehrt.
Andreas Müller

Tags: Medaillengewinn | Weltmeister




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Dienstag, 07. Februar 2012
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