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Lasst die Kinder sich bewegen
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Einfach noch zu viele Erwachsene! Sie verfügen zwar über ausreichende Intelligenz und fachlicheKompetenzen. Diese alleine aber reichen nicht, die noch vielerorts bestehenden Barrieren
für Jungen und Mädchen zu beseitigen oder zu vermindern, die ihre „Kinderwelt als Bewegungswelt"
und ihr „Grundrecht auf Bewegung" tatsächlich erleben möchten.
Zunehmend sind vor allem personale Kompetenzen (Fähigkeiten, Fertigkeiten) wie Neugierde
oder Reflexion, Tugenden (Eigenschaften, Bereitschaften) wie Liebe oder Geduld und Werte
(Haltungen, Lebensführungen) wie Courage und Verantwortung gefragt. Beispielsweise erst
durch einen verfügbaren Werterucksack können Erwachsene Kindern Wege aufzeigen, damit
sich diese zukünftig ausreichend bewegen können. So ist etwa der Wert Courage bedeutsam,
um Kindern öffentlich zu ihren Rechten zu verhelfen, für sie die Stimme zu erheben, sich einzumischen
und Beklagenwertes zur Sprache zu bringen.
Zur Courage gehört, gesellschaftliche Unpässlichkeiten für Kinder zur Sprache zu bringen, die
Kinder daran hindern, sich zu bewegen. So entstehen Bewegungsmangel und –einschränkungen
durch Spielraumghettos und Bewegungsraumbegrenzungen, Inaktivitätsunterstützung durch
Verwöhnverhalten der Eltern, fehlende Bewegungsmöglichkeiten durch bauliche Maßnahmen
(keine Treppen), Lärmverordnungen und Erwachseneneinsprüche, unsichere und verdreckte
Spielplätze, gefährliche Spielzeuge, zunehmende Motorisierung und Flächenversiegelung oder
abnehmende Spielraumzugänge.
Zur Courage gehört auch, gesellschaftliche Unpässlichkeiten für Kinder zur Sprache zu bringen,
die indirekt zu einem eingeschränkten Bewegungsverhalten von Kindern führen, etwa mehr
Befindlichkeitsstörungen bei Jungen und Mädchen, Einnahme von Psychopharmaka, Feinstaubbelastungen,
Süßigkeiten im Umfeld von Erziehungsstätten, Sehnsüchte der Eltern, unzureichende
Werteverfügbarkeit der Erwachsenen, Kalorienbomben sportlicher Werbeträger und
Medienkonsum.
Für Kinder couragiert zu handeln, beginnt im Kopf der handelnden Personen, in der Bereitschaft
und Fähigkeit, eigenes Handeln stets auf den Prüfstand zu stellen, aber auch bereit zu sein,
Neues zu denken und Wünschenswertes offensiv anzugehen. Dazu gehört, selbst auf einiges zu
verzich-ten und es angemessen vorzuleben. Aber auch vorbildhaftes Verhalten im Alltag. Ohne
Reflexion bleiben blinde Flecken.
Wünschen wir uns für Kinder, dass die vielerorts nachahmenswerten Couragierten, die noch
enthaltsamen Erwachsenen ermuntern und zum Mitmachen begeistern können, dass allerorts
Jungen und Mädchen tatsächlich ihre „Kinderwelt als Bewegung" und ihr „Grundrecht auf
Bewegung" erhalten.
Dr.paed.Klaus Balster
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