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Es gibt keinen Bewegungsmangel sondern nur Verzicht auf Bewegung
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Mit »No Sports« begründete Winston Churchill bekanntlich sein hohes Alter Für »Muskelschwund« plädierte Woody Allen mit einem seiner neueren Filme.
Sportkritiker nehmen diese Worte gerne auf und fragen, ob der Sport überhaupt gesund sei. Auch Versicherungen beklagen die zunehmende Zahl von Sportverletzungen. Inlineskater, Basketballer und Fußballer seien besonders betroffen.
Wer Sport treibt, belastet seinen Körper, überlastet ihn manchmal oder hat einfach auch Pech. Welcher Sportler hat noch kein Zipperlein oder keine Verletzungen gehabt? Aber deshalb keinen Sport mehr treiben? Als erstes Argument dafür, daß Sport gesund ist, sind Spaß, Freude und Lust zu nennen. Mit Bewegung stimulieren wir unseren Körper. Mit Bewegung wird Lebensfreude nicht nur ausgedrückt, sondern auch produziert. Mit Bewegung lernen wir die Welt näher kennen, das gilt nicht nur für Kinder. Vielen Menschen fehlt ohne Bewegung etwas. Sie sind schlechter Laune, frustriert oder gar depressiv. Die meisten Ärzte bejahen inzwischen den Zusammenhang zwischen seelischer Verfassung und Gesundheit, zumindest wenn es um die Erkältungskrankheiten geht. Wie sich gute Laune und damit Motivation, am Arbeitsplatz auf die Volkswirtschaft auswirken, ist überhaupt nicht zu beziffern.
Ein zweites Argument für den gesundheitsfördernden Sport sind die Krankheiten des Herzkreislaufsystems. 2,5 Millionen Patienten wurden laut Statistischem Bundesamt 1996 vollstationär behandelt. Hochgerechnet auf 82 Millionen Bundesbürger ist das jeder 33. Bei den 65 bis 74jährigen ist es sogar fast jeder Zehnte. Wer bezweifelt die positiven Auswirkungen eines sinnvoll betriebenen Ausdauersports auf das Herzkreislaufsystem? Sport mit regelmäßiger Belastung im mittleren Leistungsbereich stärkt nicht nur die Muskulatur, sondern auch Lange und Herz. Sport macht gegen die Zivilisationskrankheit »Herzkreislauf« nicht immun, aber ein besserer Impfstoff wurde auch nicht gefunden.
Gönnen wir Winston Churchill im Nachhinein seine Zigarre und Woody Allen auch weiterhin seine Klarinette. Wenn Woody Allen Sport treiben würde, hätte es nie den »Stadtneurotiker« gegeben. Und das wäre auch schade. Aber ein Stadtneurotiker ist genug, und wenig haben so eine glückliche Gesundheit wie Churchill.
Armin Dirschauer
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