| Glücksmomente, Erdbeben und fades Essen 02/04/2011 Michaela Floeth aus Schlitz holte bei der Behinderten-WM in Neuseeland Kugelstoß-Gold
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IPC Weltmeisterschaft in Christchurch 06/03/2011 Vom 22.01. bis 30.01.2011 fanden in Christchurch/ Neuseeland die IPC Weltmeisterschaften der Behindertensportler statt. Es gingen 1000 Athleten aus über 70 Ländern an den Start, davon 37 [ ... ] | andere Artikel
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Zwischen Bewegungsverweigerung und Fitnesswahn
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Zur Befindlichkeit der Wohlstandsgesellschaft gibt es viele Erklärungsmuster. Ganz sicher gehören auch die beiden Extreme Bewegungsverweigerung und Fitnesswahn dazu. Sie bilden gewissermaßen die Fieberkurve zum Thema Volksgesundheit. Denn schließlich wechseln sich Schreckensmeldungen und Skandalnachrichten zu Körperbildungsdefiziten und modernen Krankheitsbildern in schöner Regelmäßigkeit ab mit den Erfolgsgeschichten rund um den sportlichen Alltagsextremismus. So wissen wir beispielsweise aus dem jüngsten „Deutschen Kinder- und Jugendsportbericht", dass das Sportangebot in Kindergärten und Grundschulen arg zu wünschen übrig lässt und im europäischen Gesamtvergleich schlecht wegkommt. Dies korrespondiert geradezu nahtlos mit Berichten von der wachsenden Zahl der Kinder, die nicht schwimmen können und es auch immer weniger lernen. Übergewicht mit teilweise dramatischen Krankheitsfolgen in frühen wie in späten Jahren ergänzt den Katalog der Probleme und Unzulänglichkeiten, vervollständigt ihn aber noch lange nicht.
Dem ganzen gebündelten Bewegungsmangel-Desaster steht der permanente Aufbruch in die von Glitzer und Glimmer ausgeleuchteten Fitness- und Freizeitwelten gegenüber. In solchen Paradiesen treibt die körperliche Rundumerneuerung einschließlich Seelenmassage immer neue Blüten ohne Altersbegrenzung, begleitet natürlich von den ebenso unvermeidlichen wie schrillen Werbebotschaften. Die Glücksrausch- und Wohlfühl-Verheißungen kommen jedenfalls mit solcher Wucht, als sollten die frühkindlichen Mangelsituationen mit einem Schlag kompensiert und die pubertären Erziehungslücken im großen Stil geschlossen werden. Doch die Erkenntnisse der Wissenschaft belehren uns immer wieder eines Besseren. Mit dem werbeträchtigen Fitness- und Wellness-Getöse auf dem Freizeitmarkt ist dem Gesellschaftsproblem Bewegungsmangel und Körperbildungs-Defizit nicht beizukommen.
Erfolgversprechender erscheint da allemal das seriöse, sozialverträgliche und fachlich fundierte Dauerangebot in der bestens strukturierten Landschaft des organisierten Sports. Sicher kann der Sportverein die Schule nicht ersetzen. Aber er kann entsprechende Bildungslücken kleiner werden oder erst gar nicht auftreten lassen und dann vor allem die Weichen für lebenslange Bewegungsbegeisterung stellen. Und die schöne neue Fitness-Welt mit ihren angeblich zukunftsorientierten Interpretationen vom Sport? Auch die ist im Verein längst im Angebot. Und zwar auf kompetente, qualitätsbewusste, unaufdringliche Art: mit den Anregungen und Trainings-Tipps für alle Jahreszeiten, jede Wetterlage, für Halle und freie Natur, kurz für drinnen und draußen. Das spricht in seiner Vielfalt und Solidität für sich. Schrille Begleitmusik würde jedenfalls nur stören und vom Wesentlichen ablenken. Denn das liegt bekanntlich zwischen Bewegungs-verweigerung und Fitnesswahn und heißt schlicht und einfach Spaß am Sport.
Harald Pieper
Dem ganzen gebündelten Bewegungsmangel-Desaster steht der permanente Aufbruch in die von Glitzer und Glimmer ausgeleuchteten Fitness- und Freizeitwelten gegenüber. In solchen Paradiesen treibt die körperliche Rundumerneuerung einschließlich Seelenmassage immer neue Blüten ohne Altersbegrenzung, begleitet natürlich von den ebenso unvermeidlichen wie schrillen Werbebotschaften. Die Glücksrausch- und Wohlfühl-Verheißungen kommen jedenfalls mit solcher Wucht, als sollten die frühkindlichen Mangelsituationen mit einem Schlag kompensiert und die pubertären Erziehungslücken im großen Stil geschlossen werden. Doch die Erkenntnisse der Wissenschaft belehren uns immer wieder eines Besseren. Mit dem werbeträchtigen Fitness- und Wellness-Getöse auf dem Freizeitmarkt ist dem Gesellschaftsproblem Bewegungsmangel und Körperbildungs-Defizit nicht beizukommen.
Erfolgversprechender erscheint da allemal das seriöse, sozialverträgliche und fachlich fundierte Dauerangebot in der bestens strukturierten Landschaft des organisierten Sports. Sicher kann der Sportverein die Schule nicht ersetzen. Aber er kann entsprechende Bildungslücken kleiner werden oder erst gar nicht auftreten lassen und dann vor allem die Weichen für lebenslange Bewegungsbegeisterung stellen. Und die schöne neue Fitness-Welt mit ihren angeblich zukunftsorientierten Interpretationen vom Sport? Auch die ist im Verein längst im Angebot. Und zwar auf kompetente, qualitätsbewusste, unaufdringliche Art: mit den Anregungen und Trainings-Tipps für alle Jahreszeiten, jede Wetterlage, für Halle und freie Natur, kurz für drinnen und draußen. Das spricht in seiner Vielfalt und Solidität für sich. Schrille Begleitmusik würde jedenfalls nur stören und vom Wesentlichen ablenken. Denn das liegt bekanntlich zwischen Bewegungs-verweigerung und Fitnesswahn und heißt schlicht und einfach Spaß am Sport.
Harald Pieper
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