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Leichtathletik einmal anders?
In diesen Tagen blickt die Leichtathletik nach Daegu in Südkorea. Noch bis zum Sonntag findet hier das weltweit größte Sportereignis nach den Olympischen Sommerspielen mit fast 2.000 Aktiven aus über 200 Ländern statt. Vor zwei Jahren war Berlin ein guter Gastgeber für die Weltfestspiele im Laufen, Springen und Werfen. Die Leichtathletik ist die olympische Kernsportart. Hier wird klipp und klar um Zeiten, Höhen und Weiten gekämpft. Seit einiger Zeit kämpft die Leichtathletik aber auch um (mehr) Akzeptanz beim Publikum – raus aus den wenigen noch vorhandenen großen, aber nicht immer massenhaft gefüllten Stadien mit 400-Meter-Bahn, rein in die Einkaufsmeilen der Innenstädte, wo die Menschen sind, lautet verkürzt die Alternative, um Leichtathletik anders auszutragen: Hammerwerfen vor dem Kölner Dom – bis die Glocken läuten? Hochsprung vor den – oder doch besser gleich über die – Bremer Stadtmusikanten?
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Schöne Bilder!
Dabei hat die Leichtathletik längst Wege aus dem Stadion gefunden – nicht nur in Berlin, wo neulich erst unter dem Motto „Berlin fliegt" ein Sprungfestival vor dem Brandenburger Tor stattfand. Vor zwei Jahren bei der Weltmeisterschaft wurden erstmals in der Geschichte der Weltmeisterschaften (übrigens auf Anregung der Macher des Berlin-Marathons) die Wettbewerbe im Gehen und Marathonlaufen vollends außerhalb des Stadions ausgetragen, nämlich mit Start und Ziel am Brandenburger Tor und mit einem begeisterten Publikum auf dem Rundkurs mit allen Sehenswürdigkeiten vom Potsdamer Platz, Kanzleramt bis Alexanderplatz.
Apropos Marathon: Dieser Wettbewerb findet nicht nur Resonanz beim Publikum an der Strecke,sondern ist erst recht in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten eine Massenbewegung geworden, was die Aktivenzahl anbelangt. Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat längst darauf reagiert: Die Deutschen Meisterschaften werden schon seit etlichen Jahren terminlich losgekoppelt von den übrigen Titelkämpfen integriert in einem City-Marathon ausgetragen: In aller Öffentlichkeit kamen in diesem Jahr beim Hamburg Marathon Ende Mai genau 659 Frauen und Männer in den verschiedenen Altersklassen ins Ziel. Die Rekordbeteiligung mit 1096 Finishern
aus dem Jahre 2002 beim Berlin-Marathon bleibt aber dennoch derzeit in weiter Ferne. Und es bleibt eine Frage des Standpunktes, ob die Marathonmeisterschaften nicht ohnehin dadurch (medial) untergehen werden.
Deutsche Meisterschaften hin oder her: Die Langlaufdisziplinen sind so oder so auf der Straße angekommen und haben sich als „Volksläufe" etabliert. Ob andere Disziplinen durch ihre örtlichen Verlagerungen raus aus dem Stadion eine vergleichbare „Volksbewegung" auslösen können? Es wäre zu wünschen. Aber Skepsis ist angesagt. Und Leichtathletik einmal anders bleibt eine offene Frage.
Prof. Detlef Kuhlmann
Dabei hat die Leichtathletik längst Wege aus dem Stadion gefunden – nicht nur in Berlin, wo neulich erst unter dem Motto „Berlin fliegt" ein Sprungfestival vor dem Brandenburger Tor stattfand. Vor zwei Jahren bei der Weltmeisterschaft wurden erstmals in der Geschichte der Weltmeisterschaften (übrigens auf Anregung der Macher des Berlin-Marathons) die Wettbewerbe im Gehen und Marathonlaufen vollends außerhalb des Stadions ausgetragen, nämlich mit Start und Ziel am Brandenburger Tor und mit einem begeisterten Publikum auf dem Rundkurs mit allen Sehenswürdigkeiten vom Potsdamer Platz, Kanzleramt bis Alexanderplatz.
Apropos Marathon: Dieser Wettbewerb findet nicht nur Resonanz beim Publikum an der Strecke,sondern ist erst recht in den zurückliegenden zwei Jahrzehnten eine Massenbewegung geworden, was die Aktivenzahl anbelangt. Der Deutsche Leichtathletik-Verband hat längst darauf reagiert: Die Deutschen Meisterschaften werden schon seit etlichen Jahren terminlich losgekoppelt von den übrigen Titelkämpfen integriert in einem City-Marathon ausgetragen: In aller Öffentlichkeit kamen in diesem Jahr beim Hamburg Marathon Ende Mai genau 659 Frauen und Männer in den verschiedenen Altersklassen ins Ziel. Die Rekordbeteiligung mit 1096 Finishern
aus dem Jahre 2002 beim Berlin-Marathon bleibt aber dennoch derzeit in weiter Ferne. Und es bleibt eine Frage des Standpunktes, ob die Marathonmeisterschaften nicht ohnehin dadurch (medial) untergehen werden.
Deutsche Meisterschaften hin oder her: Die Langlaufdisziplinen sind so oder so auf der Straße angekommen und haben sich als „Volksläufe" etabliert. Ob andere Disziplinen durch ihre örtlichen Verlagerungen raus aus dem Stadion eine vergleichbare „Volksbewegung" auslösen können? Es wäre zu wünschen. Aber Skepsis ist angesagt. Und Leichtathletik einmal anders bleibt eine offene Frage.
Prof. Detlef Kuhlmann
Quelle: Deutscher Olympischer SportBund
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