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Na, heute schon Sport getrieben?
Ein gute Frage. Zählen die 800 Meter des morgendlichen Fußweges von der Straßenbahn zum Schreibtisch schon dazu? Viel mehr schafft der moderne Mensch nic [ ... ]


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Der Sport als Januskopf

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JPEG-Grafik_100x100_PixelNach den allermeisten Formel-1-Rennen folgt der Siegerehrung die obligatorische
Champagnerdusche. Nach gewonnen Meisterschaften werden gern riesige Biergläser auf Fußballplätze oder aufs Handball-Parkett geschleppt und über den Köpfen von Spielern, Trainern oder Vorständen ausgeschüttet. Das mag sicher besser sein, als die Gläser vor laufender Kamera zu leeren. Abschreckende Wirkungen im Umgang mit Prozentigem und dem Genuss von alkoholischen Getränken haben solche Bilder jedoch bestimmt nicht. Ganz zu schweigen vom reichlichen Konsum bei Vereinsfeiern oder nach Spielen bis in die untersten Ligen. Wer schon einmal miterlebt hat, wie im freudigen Überschwang über eine gelungene Saison selbst Teenagern immer wieder vom Gerstensaft nachgeschenkt wurde, der wird Sport vermutlich eher als Teil des Problems denn als Teil der Lösung begreifen.

In Wirklichkeit dürfte sein Part in der Mitte liegen. Er präsentiert sich als „Januskopf“ sowohl als Freund des Tropfens als auch als Abstinenzler, der übermäßigem Alkogenuss ebenso entgegenzuwirken wie präventive Kräfte freizulegen vermag. Genau diesem Ansatz, dem positiven, erzieherischen, nachhaltigen, besonders auf Kinder und Jugendliche abzielenden, fühlt sich die für Juni geplante Kampagne der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) im Zusammenspiel mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) verpflichtet. Unter dem Motto „Alkoholfrei Sport genießen“ können die Vereine, unterstützt und animiert vom know-how der Präventions-Experten, ihr erzieherisches Gewicht ideenreich zur Entfaltung bringen - wenn sie sich denn beteiligen.
Im Jahr 2007 bei der Premiere dieser gemeinsamen Aktionswoche gingen rund 450 Vereine mit gutem Beispiel voran. Wie viele mehr werden es diesmal sein? Die Resonanz kann einen Maßstab dafür liefern, inwieweit das Bewusstsein für das Problem Alkohol innerhalb des Sports weiter gereift ist und wie sehr der Wunsch, vorbeugend Abhilfe zu schaffen, schon mit der praktischen Aktion Hand in Hand geht. Für die Vereine und den Sport insgesamt ist es die Chance, mit der anderen Seite des Januskopfs zu glänzen.

Andreas Müller

Gene und Umwelt sind entscheidend

Wenn bereits Jugendliche zu viel trinken, ist eine riskante Kombination aus erblicher Veranlagung und speziellem Umfeld die Ursache. Gefährdet sind vor allem Mädchen.

Mädchen sind eher anfällig für Alkohol als Jungen

Komasaufen bereits mit zwölf Jahren und Alkholvergiftungen unter Jugendlichen sind keine Ausnahme mehr. Welche Gründe dafür infrage kommen, haben Wissenschaftler der Virginia Commonwealth University untersucht. Sie analysierten die Daten von mehr als 5000 Zwillingen, die zwischen 1983 und 1987 geboren wurden. Besonderes Augenmerk legten die Forscher darauf, die einzelnen Einflussfaktoren nicht getrennt zu sehen, sondern ihren Zusammenhang herauszuarbeiten.

ZUM THEMA IM FOCUS

Alkoholismus

Im Sog der Sucht

Suchtgefahr:

Wie hoch ist Ihr Risiko?

Dabei bestätigte sich die Erkenntnis, dass der Alkoholkonsum von Teenagern geprägt ist durch genetische und Umweltfaktoren. Die Studie zeigt außerdem, dass Verhaltensprobleme auftreten, wenn eine genetische Prädisposition für spätere Alkoholprobleme vorliegt. Allerdings solle man nicht davon ausgehen, dass die Gene die entscheidende Rolle spielen, sagen die Forscher. „Die Umwelt kann ein entscheidender Faktor dafür sein, ob sich Probleme entwickeln“, kommentiert Danielle Dick, Autorin der Studie. Als drittes Ergebnis ergab die Untersuchung, dass Frauen anfälliger sind als Männer.

Interessanterweise zeigte sich auch, dass für Jugendliche nicht nur – wie bisher immer vorausgesetzt – Eltern und Freunde ausschlaggebend dafür sind, welches Verhältnis sie zum Alkohol entwickeln. Auch die indirekte Umgebung, etwa die Nachbarschaft, spielt demnach eine Rolle. So lässt sich eventuell auch erklären, warum Jugendliche, die auf dem Land leben, weniger gefährdet sind als ihre Altergenossen in der Stadt. Dabei können diese Umweltfaktoren also nicht nur Risiko sein, sondern auch einen gewissen Schutz bieten, betonen die Forscher.





 
 
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